Historie von Zotzenheim

Die Geschichte von Zotzenheim ist in der Frühzeit eng mit der benachbarten Siedlung, namentlich Sprendlingen verbunden. Als um 500 die Franken das Land in Besitz nahmen und einteilten, gehörte das Gebiet zur Urmark von Sprendlingen, wo auch die königliche Villa stand. Von da aus ist wohl auch in der drauffolgenden Zeit das Dorf Zotzenheim als Vollfreiensiedlung entstanden (etwa um 650). Bereits im Jahre 771 erhielt das Kloster Fulda einen Weinberg in Zarezanheim, gelegen im Wormsgau, als Geschenk. Vom 12. Jahrhundert an heißt es gewöhnlich schon Zozenheim und Zotzenheim.

Im Jahre 1133 kaufte Erzbischof Adalbert von Mainz von einem Edelmann, namens Hugo, ein Gut im Dorfe Zotzenheim, welches er dem Mainzer Domstift schenkte. Im 14. Jahrhundert gehörte Zotzenheim zur vorderen Grafschaft  Sponheim und kam im Jahre 1708 zur Kurpfalz und wurde dem Oberamte Kreuznach zugeteilt, bei welchem es bis zur französischen Besetzung im Jahre 1797 verblieb. An die folgende Zeit unter französischer Herrschaft erinnern noch die französischen Standesamtseinträge bis 1815. Im Jahre 1816 kam Zotzenheim an Hessen. Dass der Ort eine alte geschichtliche Vergangenheit hat, bezeugt neben der im Jahre 1316 zum ersten mal erwähnten Pfarrkirche die ganze Anlage des Ortes. Von seinem Rathausplatz mit den anstoßenden alten Gebäuden mit dem typischen Holzfachwerk (einige stehen noch heute), ist das Rathaus schon lange verschwunden. Am bekanntesten aus alter Zeit ist die Schlacht von 1279 zwischen der Erzbischof von Mainz und dem Grafen von Sponheim, die sog. "Schlacht von Sprendlingen". Das Schlachtfeld war das zwischen dem westlichen Ortsrand und der B 50 gelegene ebene Gelände, der heutigen Gewann Michel Mort, zu Ehren des Metzgergesellen, aus Bad Kreuznach, der unter Einsatz des eigenen Lebens seinen Grafen vor dem Tod bewahrte. Der Ort hatte auch zur Zeit Napoleons unter der in West-Ost-Richtung führenden Heerstrasse nach Mainz zu leiden, die noch im 19. Jahrhundert gebaut wurde. Historisch belegt ist das Jahr 1866 durch die Abendmahlfeier des 3. preußischen Unterregiments in der evangelischen Kirche. Hiervon zeugt eine Altardecke.

Noch um die vor letzte Jahrhundertwende gab ein um das Dorf laufender Graben Zeugnis von einer aus früherer Zeit stammende Landfeste. Der Zugang war nur über zwei Brücken möglich. An den Rändern des Grabens standen mächtige Effen und andere Bäume, so das der Ort von einem grünen Granz umrahmt wurde. Der Graben wurde durch die im Jahre 1906 durchgeführte Flurbereinigung zugeschüttet, der Verlauf des Wiesbachs reguliert und die ausgedehnte Bewaldung um die Ortslage und den Hausberg Horn erheblich reduziert.

 

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